| Drachenkopf Wolfsbarsch |
Wie einer aus laengst vergangenen Zeiten mutet der Drachenkopf mit seinem maechtigen Kopf und seinen stacheligen Rueckenflossen an. An den Felskuesten von Mittelmeer und Schwarzem Meer, von der Biskaya bis Marokko, bei den Kanarischen Inseln und den Azoren ist der einzelgaengerische, gut getarnte Bodenfisch zu Hause. Tagsueber doest er meist unbeweglich an schattigen Plaetzen zwischen algenbewachsenen Felsbrocken oder in unmittelbarer Naehe der Wasseroberflaeche vor sich hin. Waehrend der Daemmerung und vermutlich auch des Nachts geht der Drachenkopf auf Jagd nach Garnelen, Krabben und kleinen Bodenfischen. Sobald er ein geeignetes Opfer erspaeht hat, stoesst er blitzschnell zu, um es in seiner grossen Mundoeffnung zu verschlingen. Etwa alle vier Wochen wechselt er seinen "Anzug", indem er seine alte, zum Teil mit Algen bewachsene Haut abstoesst und durch eine neue ersetzt. Das magere, aromatische Fleisch des Drachenkopfes ist ausserordentlich schmackhaft, vergleichbar mit dem eines Taschenkrebses. Gebraten, geduenstet, gefuellt oder in der Bouillabaisse laesst der Drachenkopf einem das Wasser im Mund zusammenlaufen. Auch die sehr schoenen festen Filets und die Leber gelten als Delikatesse.
WOLFSBARSCH Als Sardinen- und Sprottenschreck hat sich der Wolfsbarsch einen Namen gemacht. Wenn ihn der grosse Hunger quaelt, macht er sich mit ein paar Kumpanen nahe der Felsenkueste und in groesseren Flussmuendung en auf die Jagd nach Schwarmfischen, und dabei laesst er als Gourmet auch Garnelen, Krebse und Sandaale nicht links liegen. Heimisch fuehlt er sich an allen europaeischen Kuesten von Suednorwegen ueber das Mittelmeer bis ins Schwarze Meer. Ob fuer raffinierte Fischgerichte mit delikaten Sossen, gebraten, gegrillt oder geduenstet, mit seinem festen, mageren und hocharomatischen Fleisch gilt der Wolfsbarsch als der feinste, aber auch als der teuerste Fisch. Wenn er preislich sehr guenstig angeboten wird, handelt es sich meist um Katfisch, der auf franzoesisch "Luop", "Luop du nord" oder "Luop atlantique" genannt wird, auf italienisch "Lupe di mare" und in Deutsch "Meerwolf" oder "Seewolf". Lassen Sie sich nicht verfuehren, denn der Katfisch kann's nicht mir dme echten Luop de Mer aus dem Mittelmeer aufnehmen.
Tips aus der Intermezzo-Kueche:
1. Wenn Sie nicht so geuebt im Vorbereiten von frischem Fisch sind, sollten Sie sich Knurrhahn & Co. von Ihrem Fischhaendler kuechenfertig zurechtmachen lassen.
2. Beim Kauf eines Petersfisches ist zu beruecksichtigen, dass der relativ grosse Kopf und die maechtigen Flossen gut 60% des Gesamtgewichtes ausmachen koennen. Deshalb benoetigt man fuer zwei Personen einen mindestens ein Kilogramm schweren Petersfisch.
3. Wenn Sie eienn delikaten Drachenkopf auftischen wollen, ist es aufgrund dessen enorm grossen Kopfes ratsam, mindestens 400 Gramm pro Person einzukaufen. Die stacheligen Rueckflossen sollte man besser nicht mit blossen Haenden anfassen, denn sie koennen schmerzhafte Verletzungen verursachen.
4. Beim Wolfsbarsch, auch Bar genannt, sollten Sie mindestens 350 Gramm pro Portion rechnen. Schon mit ein bisschen kaltgepresstem Olivenoel oder frischer Butter mit wenig Pfeffer und Salz wird das hocharomatische Fleisch dieses Fisches zur Delikatesse.
:Stichworte : Aufbau, Fisch, Info
:Notizen (*) : Quelle: Intermezzo (Apotheke) erfasst v. Renate Schnapka
: : am 21.09.98